Donnerstag, 29. März 2012

Filme: Tower Heist

Tower Heist

Ein korrupter Milliardär, der etliche um ihr Vermögen gebracht hat und sich nun auf seinen Lorbeeren ausruht, hat sich mit dem Falschen angelegt: dem Manager des Hotels, in dem er wohnt. Um sich zu rächen, beschließt Josh, der Manager, die 20 Millionen Safeinhalt aus der Suite des Milliardärs zu klauen und stellt dafür eine chaotische Truppe zusammen, die von Diebstahl genau genommen keine Ahnung hat.
Doch zu seiner Bestürzung muss er erkennen: der Safe ist leer- doch schließlich erwartet die kleine Banditengruppe eine weitaus wertvollere Überraschung in der Suite: ein goldenes Auto...
Nur, wie stiehlt man einen ganzen Wagen?

Dies ist der erste Film mit Eddy Murphy, der mir gefällt. Inzwischen hat er sich anscheinend das Quasseln etwas abgewöhnt, zumindest in diesem Film hält sich das Ganze sehr in Grenzen- zu meiner Erleichterung. Die männliche Hauptrolle wird von Ben Stiller gespielt, den ich echt mag.
"Tower Heist" (zu Deutsch "Aushilfsgangster") ist eine Actionkomödie, die diesen Namen verdient. Mir persönlich hat der Film sehr gefallen, er ist lustig und erfrischend anders. Zwar kennt man die ewige Geschichte der kleinen Gruppe von Banditen, die keine Ahnung von Diebstahl haben, doch in "Tower Heist" ist dieses Konzept wunderbar umgesetzt.
Mit viel Witz, aber auch Nervenkitzel erzählt, verdient dieser Film seine 7, 75 Punkte- einfach mal zum Abschalten ist er sehr gut geeignet.

http://www.youtube.com/watch?v=TdRLJkfeWG8

Mittwoch, 28. März 2012

Filme: 30 Minuten oder weniger

30 Minuten oder weniger

Mjaa, es geht um einen Pizzaboten, der die Pizza in 30 Minuten oder weniger ausliefern muss, daher der Titel, dieser wird von zwei Idioten dazu gezwungen, eine Bank auszurauben und bekommt als Druckmittel eine Bombe umgeschnallt. Die Idioten wollen nämlich den Vater des einen Idioten umbringen, damit sie an die ungefähr 2 Millionen Dollar Vermögen, die das Erbe mit sich bringt, kommen. Sie wollen einen Killer engagieren und brauchen dafür wiederrum Geld, welches der Pizzabote nun für sie klauen soll.
Und nebenbei geht es ständig um irgendwelche dummen, sexistischen Ausdrücke und um die Freundschaft zwischen dem Pizzaboten und dem Inder, der mit ihm die Bank ausraubt, weil es sein bester Freund ist. Außerdem ist Pizzajunge in die Schwester seines Freundes verknallt, darum geht es auch noch ein wenig.
Alles in allem gibt es ein paar Szene, die ganz lustig sind, aber der Film ist trotzdem einfallslos und platzt vor erniedrigenden Kraftausdrücken für Geschlechtsteile, Sex und so weiter, was ihn auch nicht besser macht.
Zum Schluss sterben fast alle Bösen und es gibt noch ein paar Explosionen, das Geld ist zwar futsch, aber immerhin kommt Pizzajunge mit der Angebeteten zusammen.
Juhu.
5 von 10 Punkten.

http://www.youtube.com/watch?v=8EcC4ae1EjQ

Bücher: Vicky Gabriel- Zaubersprüche

Vicky Gabriel- Zaubersprüche

In diesem Werk meines großen Vorbildes Vicky geht es um (wer hätte das gedacht) Zaubersprüche. Man sollte schon etwas Erfahrung in magischer Hinsicht haben, um mit diesem Buch umgehen zu können, denn ausnahmsweise geht Vicky nicht so sehr auf Anfänger ein, wie sie es normalerweise tut. Mit ihrem unverwechselbaren trockenen Humor führt die naturreligiöse Autorin den Leser durch eine Bandbreite von alltäglichen Aspekten, die man durch Zaubersprüche fördern und unterstützen kann, zum Beispiel Erfolg, Anziehungskraft (keine Liebeszauber! Gut so!), Heilung, Gartenarbeit und so weiter. Natürlich warnt sie einen bewusst vor den Gefahren, die hinter einem unbedacht geäußerten Zauber schlummern können und ruft den Leser einmal mehr zum eigenständigen Nachdenken auf. Dennoch vermisse ich in diesem sehr dünnen Buch (nur 126 Seiten) das tiefe Hintergrundwissen, das man bei Vicky Gabriel sonst eigentlich stets beobachten kann.
Wo zum Beispiel sind die Angaben für die Zaubersprüche, sprich, woher genau hat sie sie und aus welcher Quelle stammen sie? Was bedeuten manche von denen überhaupt?
Ich vermisse eine angemessene Erklärung der Zaubersprüche; gerade Vicky, die eigentlich immer gerne bereit ist, über Autoren zu wettern, die dem Leser einfach einen Spruch in die Hand drücken und sagen "Vertrau mir einfach, ja? Der wirkt schon!" hätte sich ruhig etwas mehr Mühe geben können bei der Vermittlung, was der Spruch überhaupt bedeutet und was seine Hintergrundgeschichte ist. Ein unverständliches Zauberquadrat aus irgendwelchen Buchstaben abzutippen reicht eben leider nicht...
Natürlich kann man sich auch selbst informieren, und oft genug gibt Vicky auch an, bei welchem (z.B.) römischen Schreiber man den Spruch finden kann oder aus welchem Kulturkreis er stammt. Ich denke, dass dieses Büchlein eben ausnahmsweise nicht dazu da war, um zu informieren, sondern einfach nur, um eine kleine nützliche Ansammlung von Zaubersprüchen zusammenzustellen, um den Leser letztendlich dazu zu bringen, sich eigene Sprüche und Methoden zu erstellen und sich über die Grenzen des Buches hinaus zu informieren.
Alles in allem kommt das Gesamtwerk etwas lieblos rüber, ist aber gut gegliedert und von einer Frau geschrieben, die lieber möchte, dass man nachdenkt, anstatt alles zu glauben. Auch viele christliche Sprüche sind dabei, was mich freut, denn man kann nicht leugnen, dass in der jüngsten Vergangenheit die christlichen Sprüche dominieren und man kaum Kunde von vorchristlichen Sprüchen hat. Ich finde es gut, die christlichen Sprüche zu erwähnen, anstatt einfach heidnische Sprüche zu erfinden oder dubiose Quellen in Betracht zu ziehen. So schafft man eben auch ein nützliches Buch für christliche Hexen oder solche, die an christlicher Magie interessiert sind, und nicht nur für naturreligiöse Menschen- beide kommen auf ihre Kosten. Darüber hinaus lässt Vicky einem die Möglichkeit offen, den Spruch so abzuwandeln, dass er nicht mehr christlich ist. Außerdem habe ich in diesem kleinen Buch neue Methoden des Zauberns entdeckt, beispielsweise den magischen Gesang. Es ist also nur zu empfehlen, wenn ich auch andere Werke Vicky Gabriels vorziehe.
Ich vergebe 7 von 10 Punkten an "Zaubersprüche".

"Fazit: Wer erfolgreich Magie betreiben will, muss sich selbst entweder sehr gut kennen oder bereit sein, jedem unguten Gefühl, jedem noch so kleinen Zögern bei der Planung eines Zaubers nachzuspüren und herauszufinden, was sich dahinter verbirgt. Vergessen Sie nicht: Es ist nicht ihr Wille, jetzt aufzustehen und eine Tasse Tee zu trinken, der Magie bewirkt. Oberflächliche Wünsche hben nicht die Macht, Ihre Welt enscheidend zu verändern. Es ist vielmehr die ursprüngliche Triebkaft tief in Ihrem Innern, die Sie um Ihr tägliches Überleben kämpfen lässt, die hier gefordert ist."

Bücher: Terry Pratchett- Kleine freie Männer

Terry Pratchett- Kleine freie Männer

"Kleine freie Männer" war das erste Buch, das ich von Terry Pratchett gelesen habe. Ich habe es als Kind geschenkt bekommen und war verzaubert von Tiffanys Welt, dem Kreideland, eine Hommage an das grüne England. In der Kreide geschehen noch seltsame Dinge: Hexen kommen und gehen, kleine blaue Männer machen die Hügel unsicher, analphabetische Lehrerscharen ziehen durch das Land und lassen sich mit Karotten bezahlen...
Tiffany ist eine Hexe, auch wenn sie es nicht weiß. Aber geahnt hat sie schon immer, dass die Hexe nicht so böse sein kann, wie die Leute in der Kreide es gerne behaupten. Und hätte Tiffany die Wahl zwischen der eitlen Prinzessin, die von einem strumpfhosigen Prinzen gerettet werden muss und der alten warzigen Knusperhexe, die im Wald haust, so würde sie sich natürlich für die Hexe entscheiden, denn Tiffany blickt hinter die Dinge.
Eines Tages verschwindet Tiffanys Bruder. Und das kleine Mädchen macht sich, bewaffnet mit einer Bratpfanne, auf, Willwoll zu retten, obwohl sie ihn nicht einmal wirklich leiden kann. Dabei bekommt sie Hilfe von einer Horde von Wir-Sind-Die-Größten, winzige Miniaturschotten mit blau bemalter Haut, die in alten Grabhügeln hausen und sich aufs Randalieren, Trinken und Stehlen spezialisiert haben.
Die Königin der Feen ist es, die Willwoll und den Sohn des Grafen -Roland- entführt hat, hinein in ihr Land der Träume, denn die Königin mag Kinder. Zusammen mit den Wir-Sind-Die-Größten findet Tiffany ein Tor zum Land der Königin, und dort lauern die Gefahren. Denn weshalb denken wir überhaupt, die Erfüllung unserer Träume wäre etwas Wunderbares? Tiffany weiß es schon bald besser.
Gemeinsam mit den Kleinen Riesen und Roland, der ihr über den Weg gelaufen ist, kämpft sich Tiffany durch ein wirres, irritierendes Land voller Traumfragmente und Imitationen. Sie lernt Troms kennen, Hummelfrauen, den Fröhlichen Seemann, kopflose Reiter und zuletzt die Königin selbst. Und mit der Macht der Kreide schafft Tiffany es, sie zu besiegen. Denn Tiffany ist eine Hexe...

Dies ist, wie bereits erwähnt, mein erstes Terry-Pratchett-Buch, und nicht nur deshalb wird es immer mein Lieblingsbuch sein. Tiffanys Welt ist verzaubert und entbehrt allen unnötigen Komplikationen. Trotz der bescheidenen Schlichtheit der Kreide ist sie ein magischer Ort, voller Gefahren zwar, doch auch voller ländlicher Schönheit und Idylle. In "Kleine freie Männer" evoziert Terry Pratchett die Schrecken unserer Kindheit, zum Beispiel Jenny Grünzahn, die Tiffany mit einer Bratpfanne besiegt, oder den Kopflosen Reiter. Immer wieder spielt Tiffanys tote Großmutter, Oma Weh, eine große Rolle: die alte Schäferin, von der Tiffany unbedingt möchte, dass sie eine Hexe war. Ja, Oma Weh scheint geradezu eine Verkörperung des Kreidelandes zu sein: der Mittelpunkt aus Schafen, Stille, Tabak, Wolle, Gras und "Speziellem-Schaf-Einreibemittel". Tiffanys Land verzaubert und berührt, es ist wie ein Märchen über eine greifbare Welt, in der Albträume wahr werden, aber auch besiegt werden können, und das ist das Wunderbare daran: von alleine so stark zu werden, dass man sich der eigenen Angst stellen kann.
"Kleine freie Männer" ist die Geschichte eines kleinen Mädchens, das von einem butterherstellenden Kind zu einer butterherstellenden Hexe wird und ganz nebenbei die Hexenschule findet und die Kelda eines Stammes Kleiner Riesen wird. Terry Pratchett erschafft mit seinem Kreideland eine Welt wie aus Glas, zerbrechlich und solide zugleich, eine Hommage an den ländlichen Volksglauben, an die alten Traditionen, Gewissheiten und (Fabel)Wesen.
Tiffanys Welt voller grüner Wiesen, alter Grabhügel, riesiger Steine und verborgener Wesen möchte man nicht wieder verlassen, leider ist das Buch schon nach schnell gelesenen 315 Seiten vorbei. In diesem Buch tauchen zum ersten Mal (nun, zumindest für mich) Oma Wetterwachs und Nanny Ogg auf, seltsamerweise verhält sich Oma Wetterwachs Tiffany gegenüber weitaus respektvoller als gegenüber anderen Hexen und schenkt ihr sogar einen "virtuellen Hut"- und ihren Respekt. Auch dies ist, kennt man Oma Wetterwachs und Nanny Ogg, eine schöne Parallele zu Terry Pratchetts anderen Hexen-Romanen.
Am Ende erwartet einen noch einen kurzes, sehr schönes Nachwort des Autors, welches einen das Buch lächelnd schließen lässt. 
Und Tiffanys Geschichte geht noch weiter: in den Büchern "Ein Hut voller Sterne", "Der Winterschmied" und "Das Mitternachtskleid", und immer stehen die selben Leitproblematiken und -gedanken im Mittelpunkt: Was ist Magie? Und hört Magie auf, Magie zu sein, wenn man eine Erklärung dafür gefunden hat? Woher sollen wir wissen, wohin wir gehen, wenn wir nicht wissen, woher wir kommen?
Ein wunderbares, von mir sehr geliebtes und wohl schon hundertmal gelesenes Buch voller Poesie und Schönheit. Oft schon hat mich dieses Buch zum Weinen gebracht, aber auch zum Lachen- es spricht von großer Trauer und von tiefen Erinnerungen, aber auch von bewegender Schönheit. Und nicht zuletzt ist es voll von Terry Pratchetts berühmtem Humor und findet genau die richtige Mitte zwischen Romantik und Witz. Schon die Beschreibung auf der Rückseite des Buches verzaubert. Danke für eines der schönsten Bücher der Welt.
10 von 10 Punkten vergebe ich an diesen Wegweiser meiner Kindheit und Jugendzeit.

"An dem Tag, als Oma Weh starb, schnitten die Männer den Grasboden um die Hütte herum und stapelten die Soden ein Stück entfernt auf. Dann gruben sie ein Loch in die Kreide, einen Meter achtzig lang. In großen, feuchten Blöcken hoben sie die Kreide heraus.
Donner und Blitz beobachteten sie aufmerksam. Sie jaulten und bellten mehr interessiert als besorgt. 
Oma Weh wurde in eine Wolldecke gehüllt, an der ein Büschel Rohwolle befestigt war. Das war ein Schäferbrauch. Er sollte irgendwelche Götter, die an dem Vorgang beteiligt sein mochten, darauf hinweisen, dass die zu bestattende Person ein Schäfer war, den größten Teil ihres Lebens auf den Weiden des Hügellands verbracht und wegen den Lammungen und anderen Dingen kaum Zeit für Religion gefunden hatte; außerdem gab es keine Kirchen und Tempel hier oben, deshalb erhoffte man sich Verständnis und Wohlwollen von den Göttern. Oma Weh, das musste man über sie sagen, hatte nie in ihrem Leben zu jemandem oder etwas gebetet, und alle glaubten, dass sie selbst jetzt keine Zeit für einen Gott erübrigt hätte, der nicht einsah, dass zuerst die Lammung anstand. 
Man füllte ihr Grab mit der Kreide, und Oma Weh, die immer gesagt hatte, dass die Hügel in ihren Knochen steckten, hatte nun ihre Knochen in den Hügeln.
Und dann wurde die Hütte verbrannt. Das war nicht üblich, aber Tiffanys Vater meinte, es gäbe nirgends im Kreideland einen Schäfer, der sie benutzen würde.
Die beiden Hunde Donner und Blitz kamen nicht, als er sie rief, und er verstand und ließ sie zufireden bei der glühenden Asche der Hütte sitzen.
Am nächsten Tag, als die Asche kalt war und über die Kreide wehte, kamen alle zurück und legten mit großer Sorgfalt die Soden aus, und danach waren nur noch die eisernen Räder an ihren Achsen und der Kanonenofen zu sehen. 
Und dann, so erzählten alle, sahen die beiden Schäferhunde auf, spitzten die Ohren und liefen davon. Man sah sie nie wieder."

Dienstag, 27. März 2012

Bücher: Walter Moers- Die Stadt der Träumenden Bücher

Walter Moers- Die Stadt der Träumenden Bücher

(SPOILER)

Wer "Drei 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär" gelesen hat, dem wird der Name der Hauptperson in "Die Stadt der Träumenden Bücher" bekannt vorkommen. Hildegunst von Mythenmetz, ein Lindwurm und zukünftiger großer Dichter, dessen Lyrik auch noch im Lernstoff des kleinen Blaubären vorkommt -zu dessen Ärgernis-, erhält ein geheimnisvolles Manuskript von seinem sterbenden Dichtpaten Danzelot von Silbendrechsler. In jenem Manuskript lässt sich eine so vollkommene gewaltige Schreibkunst erkennen, dass es sich der junge Lindwurm zur Aufgabe macht, die Lindwurmfeste zu verlassen und nach Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher, zu gelangen, um den Autor dieses kleinen Stücks unglaublicher Literatur ausfindig zu machen.
Dort angekommen trifft er gleich auf den Mächtigsten unter den Buchhaimern, der ihn aus einem undurchsichtigen Grund mitsamt dem Manuskript in die Unterwelt, die berühmten Katakomben von Buchhaim, verbannt. Dort muss sich Hildegunst seinen Weg durch ein Labyrinth voller Gefährlicher Bücher, Fallen, unterirdischer Monster und Bücherjäger schlagen. Er passiert riesige, blutrünstige Lebewesen, kleine, ihm wohlgesonnene Zyklopen, die ihm zu einer Begegnung mit dem Bücherjäger Colophonius Regenschein verhelfen, gigantische unterirdische Friedhöfe und rostige Transportgleise, die den Leser unweigerlich an gefährliche, schimmernde Achterbahnen erinnern werden, bis er schließlich nach Schloss Schattenhall kommt und dort den größten Schrecken Buchhaims antrifft- den Schattenkönig.
Und Hildegunst muss erkennen, dass die Wahrheit über Buchhaim nur einen Wimpernschlag entfernt war und Regenschein recht hatte mit der Letzten seiner Vermutungen: der Schattenkönig ist gar nicht so böse, wie alle es ihm nachsagen. Und Hildegunst tut sich mit dem gefürchtetsten aller Lebewesen zusammen, um sich an dem zu rächen, der sie beide in den Untergrund verbannt hat- und dies ist erst der Anfang einer unglaublichen Geschichte... und das Ende des Buches. 
Das Buch ist sehr viel düsterer und ernster als "Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär", es ist blutiger (würde man es realistisch verfilmen, so wäre der Film wohl ab 18) und entbehrt dennoch nicht der unglaublichen Fantasie und der charakteristischen Wendung zum Erstaunlichen, welche die Walter-Moers-Bücher so sehr auszeichnen. 
"Die Stadt der Träumenden Bücher" ist ein wunderbares, spannendes und fesselndes Werk, mit viel Humor, aber auch großem Können erzählt. Es bringt einen zum Schmunzeln und Seufzen, es packt den Leser und entführt ihn auf eine abenteuerliche Reise in einer der seltsamsten Gegenden Zamoniens: in die Katakomben, wo Bücher zum Leben erwachen können. Hier können Testamente auf Wimpern eingraviert sein, Meerestiere die Abwesenheit von Wasser vergessen und in der Luft schweben wie seltsame Vögel, hier können Bücher töten und Schatten weinen.
Dies ist ein Buch über Bücher, über Dichter und über die hohe Kunst des Schreibens. Mit viel Fantasie und Originalität erzählt Walter Moers die erste Etappe auf Hildegunsts Reise zum allbekannten Schriftsteller, und nicht selten rührt und bewegt einen das vieldimensionale, liebevoll und sehr bewusst geschriebene Buch. Man könnte beinahe meinen, Moers wäre "vom Orm durchströmt gewesen", als er "Die Stadt der Träumenden Bücher" schrieb- vor allem Literaturliebhaber werden diesen Roman verschlingen und lieben. 
Humor, Mitgefühl, dichterisches Können, Fantasie und Spannung- dies alles vereint sich in diesem wunderbaren Roman, der seine 9, 5 von 10 Punkten wahrhaft verdient.

"Der Schattenkönig aber empfing das Licht der Mittagssonne hocherhobenen Hauptes und mit ausgebreiteten Armen."

Filme: Crazy, Stupid, Love.

Crazy, Stupid, Love.

Dieser Film dreht sich ganz und gar um die große Liebe. Ob man nun ein geschiedenes Ehepaar ist, dass sich nach all dem Zoff, nach all den Affären, nach all der langen Trennungszeit wieder liebevoll an das erste gemeinsam verspeiste Eis erinnert oder ob man ein hoffnungslos in die Babysitterin verknallter Teenager ist: die große Liebe findet man überall, in jedem Alter und in jeder Situation, so behauptet der Film, und stellt damit zugleich die wahrhaftige Liebe, tiefes Vertrauen und die echten Gefühle weit über Sex, Oberflächlichkeit und One-Night-Stands, und dass, obwohl das Cover ziemlich nach Sexkomödie aussieht. Und das ist, wohlgemerkt, in unserer Zeit ziemlich rar, und ich muss zugeben, dass dieser Film -trotz des idiotisch klingenden Titels- einer der sehr wenigen Liebesfilme der heutigen Zeit ist, der mir gefallen hat.
Auf eine familiäre Art und Weise erzählt er von den Höhen und Tiefen der Liebe, ganz ohne in allzu dumme Klischees zu verfallen, und hat ein bezauberndes Ende, das jeden rühren wird, der schon einmal hoffnungslos verliebt war...
7, 75 von 10 Punkten vergebe ich. Oh ja, auch wenn es den ein oder anderen ziemlich überraschen wird.

 http://www.youtube.com/watch?v=2is92_0KWQE

(Ja, der Trailer ist scheiße. Aber er fasst nicht zusammen, um was es in dem Film eigentlich geht.)

Filme: New York Mom

New York Mom

Eine gestresste New Yorker Mutter versucht, mit ihrem Leben liebzuäugeln, indem sie einen 500wörtigen Bericht darüber schreibt, was es heißt, eine Mutter zu sein. Nebenbei plant sie eine Party für ihre Tochter, hat Zoff mit ihrer Freundin und ihrem Mann und so gut wie allen anderen Menschen auf der ganzen Welt, steht unter Zeitdruck und macht Party mit einem Boten, der einen Brief bringt.
Ist ganz okay.
5, 5 von 10 Punkten, weil es so anspruchslos ist.

http://www.youtube.com/watch?v=CLXNbLYMtD8