Donnerstag, 12. April 2012

Bücher: Vicky Gabriel & Jessica Hofmann- TeenWitch. Die wilde Magie der jungen Hexen

Vicky Gabriel & Jessica Hofmann: Teenwitch. Die wilde Magie der jungen Hexen

"Aber irgendwann, wenn Ihr ein paar Jahre in diesen unpraktischen Roben Treppen hinaufgefallen seid, oft genug keinen Platz mehr im Auto für dieses sperrige Schwert gefunden habt und es leid seid, ständig einen Rucksack und zwei Tüten mit in den Wald zu schleppen- sprich: Wenn der Zauber all der tollen, kleinen Dinge verblüht ist- werdet Ihr vielleicht feststellen, dass Ihr mittlerweile weit genug seid, um einen Kreis mit der bloßen Hand zu ziehen und an der unverhofft angetroffenen Quelle Eure hohlen Hände selbst zum Kelch der Göttin zu machen. Dann werdet Ihr hie und da Rituale in Jeans und T-Shirt feiern, weil Ihr die Kraft der Magie immer zu spüren imstande seid, egal wo Ihr Euch befindet. (...) Auf jeden Fall aber werdet Ihr schließlich genau wissen, was für Euch selbst von Bedeutung ist und was nicht. Vertraut darauf. Besser als Ihr selbst kann es niemand wissen."

Dieses Buch ist, wie der Titel schon sagt, konkret für Junghexen gedacht. Es klärt die grundlegenden Fragen auf jugendgerechte und einfühlsame Art und Weise, nicht nur die Themen in Bezug auf Wicca und die wichtigsten Fragen in Hinsicht Religion und Magie, sondern auch Dinge wie: Wie sag ich's meinen Eltern? Woran erkenne ich einen guten Zirkel/Coven? Welche Bücher sind empfehlenswert? Wie finde ich meinen magischen Namen? Wie steht's mit Sex im Wicca? Wo kann ich andere Hexen kontaktieren? Wie erkenne ich, ob ich einem Schwindler/Wichtigtuer oder einer tatsächlich magisch begabten Person gegenüberstehe? Kann ich als Hexe eigentlich in die Disko gehen oder machen Hexen das nicht? Was für Kleider tragen Hexen?
Darüber hinaus werden natürlich noch die grundlegenden Dinge erklärt: Der Altar, wie Magie wirkt, Räucherungen und Erdungen...
Allerdings würde ich dieses Buch eher empfehlen, wenn man mehr etwas über den Alltag einer Hexe lernen will als einen Einstieg in Religion und Magie sucht. Da empfehlen sich ganz andere Bücher von Vicky Gabriel, zum Beispiel "Der alte Pfad". Dieses Buch aber ist auf die Bedürfnisse und Fragen junger Hexen zurechtgeschneidert, die selbst noch jugendlich sind und sich in der "Szene" nicht ernst genommen fühlen. Dies ist das einzige Buch, das ich kenne, das jungen Hexen ihre ganz eigene Kraft zuspricht und sich gerade auf das schwierige Thema der Junghexen konzentriert, anstatt einfach so zu tun, als wären diese gut integriert. Junghexen sind im Wicca oft nicht gern gesehen, sondern werden eher belächelt, was teilweise verständlich ist, aber dennoch oft ungerecht scheint. Vicky und Jessica gehen eben auf diese Probleme ein und behandeln sie liebevoll und einfühlsam mit einer guten Portion Humor und Selbstironie.
Ich kann das Buch einer jeden Junghexe nur empfehlen, denn es vermittelt einem ein ganz anderes Gefühl des Selbstwertes als die meisten Bücher. Mit schönen Fotos versehen und einer guten Bücherliste am Schluss ist das Buch liebevoll gestaltet (auch, wenn ich die Fotos der "Junghexen" am Rand oft nervig finde) und endet mit der Aufforderung, aus der Welt der Hexen etwas Gutes zu machen. Denn die Junghexen von heute sind die nächste Hexengeneration.
8, 5 Punkte von 10 bekommt dieses schöne und erfrischende Buch von mir, das sorgfältig und verantwortungsbewusst auf die Sichtweise jugendlicher Hexen eingeht und hilft, den ganz eigenen Pfad zur Göttin zu finden.

"Manchmal, nur manchmal allerdings- da sitzt eine Frau in einem grünen Kleid abseits vom Trubel und trinkt versonnen aus einem Kaffeepott, während sie die Menge überblickt. (...) Ihr seht Euch an und lächelt, und (...) vielleicht sagt einer von Euch bald "Merry Meet" und erntet ein erfreutes, stilles Lächeln ohne Wichtigtuerei und Pathos. 
Nehmt es den Chaoten, den Angebern und den Heuchlern nicht übel- sie können nicht anders. Aber verliert unter ihnen nicht den Mut, nach der stillen Frau oder dem versonnen lächelnden Mädchen unter dem Ahornbaum Ausschau zu halten. Es gibt sie auch, sie sind nur ein wenig schwerer zu finden; aber die Mühe lohnt sich."

Mittwoch, 11. April 2012

Bücher: Claudia Schreiber- Emmas Glück

Claudia Schreiber- Emmas Glück

Max, der Städter, trifft auf Emma, das Landei.
Nachdem Max erfahren hat, dass er todkrank ist und in wenigen Tagen sterben wird, dreht der bisher so korrekte Ordnungsfreak vollkommen durch und klaut den Ferrari seines Kumpels sowie den Kasseninhalt seines Autohauses. Von Hans, dem Bestohlenen, verfolgt, baut Max einen Unfall und landet samt Auto und Geld auf dem hoch verschuldeten Bauernhof Emmas, die ihn findet und gesund pflegt. Das Geld aber nimmt sie an sich und das Auto verbrennt sie, denn zum ersten Mal hat sie beides in ihrem Leben: Geld und einen Mann.
Max, der nun auf Emmas Hof festsitzt, weil er glaubt, von der Polizei verfolgt zu werden, kommt mit den Lebensumständen der chaotischen Bäuerin nicht zurecht: in ihrer Küche fault und schimmelt alles, sie ist unordentlich, schmutzig und derb. Max versucht, etwas Ordnung in Emmas Leben zu bringen, und diese lässt das tatsächlich zu.
Aber Hans ist immer noch auf der Suche nach Max: er begegnet Emma und diese sperrt ihn kurzerhand in einem Verschlag ein. Im Laufe seiner Gefangenschaft versucht Hans, sich mit Emma anzufreunden, um aus seinem Gefängnis zu entkommen, und entwickelt sogar eine Idee, wie sie ihren verschuldeten Hof retten könnte. Denn Emma züchtet Schweine, gibt ihnen Namen, zieht sie groß und tötet sie selbst, indem sie ihnen die Kehle aufschneidet, während sie sie im Arm hält. Und diese glücklichen, geliebten Schweine mit riesigen Freilaufmöglichkeiten will Hans in Wurstform ganz groß rausbringen.
Max lernt derweil, Emma zu lieben: die dreckige, schmutzige Emma, die mit den Schweinen kuschelt und in ihren Ställen schläft, die verhornte Füße hat und ihr klappriges Mofa als Lustobjekt betrachtet. Emma hilft Max, den Schmutz zu akzeptieren und auch die Vorstellung, dass er sterben wird. Max hilft Emma, ein wenig Ordnung in ihr Leben zu bringen und das Trauma ihrer grausamen Kindheit aufzuarbeiten. 
Schließlich lässt Emma Hans frei und bereitet sich auf Max' Tod vor. Die beiden genießen ein paar letzte, selige Tage zusammen, bevor Emma Max mit sich nimmt und ihm die Kehle aufschneidet wie ihren Schweinen, um ihm sein langes Leiden zu ersparen. Dass sie sein Geld genommen hat, weiß er längst, doch inzwischen ist es ihm egal geworden.
Nachdem Max tot ist, wandert Emma ins Ausland aus und ihr Freund, der Polizist, vertuscht ihre Sterbehilfe an Max, damit ihr nichts geschieht. Emmas und Hans' Schweineprojekt bringt so viel Ertrag, dass Emma sich ihr ganzes Leben davon ernähren kann und einige Monate nach ihrer Ankunft in Mexiko gebiert sie Max' Tochter.

"Emmas Glück"- ein schönes, trauriges, tragisches Buch mit einem kleinen Happy- End, das vor dem Schmutz nicht zurückschreckt und nichts, aber auch gar nichts beschönigt. Es bringt einen zum Nachdenken und Trauern, aber auch zum Lächeln. Es bringt einen dazu, zu verstehen, was sich hinter Emmas Glück verbirgt, hinter dem Glück einer Bauersfrau, die eigentlich nie glücklich war- aber dann...
7, 5 von 10 Punkten vergebe ich an dieses kleine, stark berührende Buch über den Tod und das Leben.

"Sie glühte vor Glück, vor Stolz. Wenn sie im Buch war, dann gab es sie zwei Mal. Eine Emma blieb auf dem Hof, aber die andere Emma, die im Buch, die war woanders! 
Der Bartmann hatte ein kleines Gedicht geschrieben über Emma, und sie strahlte vor Glück. Sie hing an seinen Lippen, wenn er las. Ihre eigenen Worte kamen zeitgleich hinterher. Aus dem Gör im Kastanienbaum, das er für stumm gehalten hatte, wurde ein sprechendes Kind.
Emma sprach wie er. Sie war sein Weltenkind, seine Schicksalstochter. Täglich betrachtete er ihre Handflächen und hörte nie auf, darüber zu staunen. (...)
"Du bist sehr stark. Du wirst einmal etwas Wichtiges machen, nicht nur denken."
Ihre Lebenslinie teilte sich, daraus schloss er: "Auch du wirst fortgehen, irgendwann. Weit fort, für immer. Wie ich."
So entfremdete sich Emma von ihrer Familie. Sprach anders, dachte anders. Las.
Als der Bartmann starb, hatte es ihr die Sprache verschlagen. Seitdem war ihr jeder Dreck nah wie ein Freund und Steine machten ihr das Leben leicht. Die Tiere sprachen mit ihr und die Pflanzen wuchsen und blühten um die Wette, nur für sie."

Bücher: Suzanne Collins- Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele

Suzanne Collins: Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele

Der erste Teil der Panem- Trilogie ist ein Buch, das ich erst nach Erscheinen des Films gelesen habe. Ich hatte dies schon lange vor und bin ziemlich glücklich, dass ich mich endlich dazu überwunden habe. 
Katniss meldet sich freiwillig zu den alljährlichen Hungerspielen, als das Los auf ihre kleine Schwester fällt. Während der Hungerspiele muss jeder Distrikt des Nordamerika der Zukunft zwei Tribute, ein Mädchen und einen Jungen, in die Hauptstadt, das Kapitol, schicken. Dort angekommen, werden sie in einer riesigen Freilichtarena um ihr Leben kämpfen, bis nur noch einer von ihnen übrig ist, auf den Geld und Ruhm warten. Die Hungerspiele werden zeitgleich live im Fernsehen übertragen, da Hunderte von Kameras den Tributen ständig auf den Fersen sind.
Im Kapitol angekommen bekommt Katniss ihr eigenes Team an Stylisten und Designern, die dafür sorgen sollen, dass sie einen möglichst bleibenden Eindruck bei den Zuschauern hinterlässt. Denn je sympathischer oder erfolgreicher ein Tribut ist, desto wahrscheinlicher sind seine Chancen, dass er innerhalb der Arena Versorgungspakete von Seiten der Sponsoren erhalten wird. Katniss' Mentor bekommt die Idee, Peeta, den Jungentribut aus Katniss' Distrikt als Katniss' Liebhaber darzustellen, denn eine junge, tragische Liebe hatten die Hungerspiele noch nie und tatsächlich sind die Zuschauer zutiefst bewegt. Katniss ist verletzt, dennoch gibt sie sich Mühe, in der Öffentlichkeit möglichst sympathisch zu wirken und willigt ein, bei der Geschichte mit der jungen Liebe mitzuspielen. 
Als Katniss schließlich in der Arena ankommt, muss sie zu ihrer Erleichterung erkennen, dass der Schauplatz dieses Jahr ein großes Waldgebiet ist und nicht etwa eine Wüste oder eine Eislandschaft, wie sie es befürchtet hatte. Katniss kämpft sich durch, sie muss den Durst und den Hunger besiegen und ist auf der Flucht vor der kleinen, aber starken Allianz aus Karrieros, tödlich ausgebildeten Killern aus den reichen Distrikten, die sich vorübergehend geschlossen hat. Katniss ist auf sich selbst gestellt, vor allem, als sie erkennen muss, dass Peeta sich mit den Karrieros zusammengetan hat. Schließlich allerdings trifft sie Rue, ein kleines Mädchen, das ihr auf Schritt und Tritt durch den Wald folgt, und die beiden bilden ein Bündnis, das allerdings nur kurze Zeit hält: während Katniss die angehäuften Vorräte der Karrieros in ihrem Lager in die Luft sprengt, wird Rue gefangen und stirbt schließlich durch einen Speerwurf. Der Mörder Rues ist der erste Mensch, den Katniss tötet. 
Die Lebensbedingungen werden immer härter, da die Spielemacher den Zuschauern eine richtige Show bieten wollen. Als schließlich die Regeländerung verkündet wird, dass von nun an zwei Tribute gewinnen können, vorausgesetzt sie stammen aus dem selben Distrikt, macht sich Katniss auf die Suche nach Peeta, den sie schwer verwundet in einem Versteck vorfindet. Cato, der gefährlichste Karriero, hat ihn mit seinem Schwert verwundet, weil Peeta Katniss einst zur Flucht verholfen hat.
Peeta und Katniss tun sich zusammen und suchen Unterschlupf in einer Höhle. Katniss muss bald erkennen, dass Peeta eine Blutvergiftung droht und fürchtet, er könne sterben und sie würde erneut auf eigene Faust gestellt sein. In der Höhle spielen sie die Rolle des verliebten Paares, tauschen Küsse und Zärtlichkeiten aus, und Katniss muss ein weiteres Mal erkennen, dass ihr tatsächlich etwas an Peeta liegt. Doch Küsse bekommt er von ihr nur, weil das die Chancen auf Versorgungspakete fördert, und tatsächlich bekommen sie etwas Verpflegung von den Sponsoren. Peetas Blutvergiftung aber bleibt, und als verkündet wird, dass am sogenannten Füllhorn für jeden Tribut das gelagert wäre, was er am meisten brauche, betäubt Katniss Peeta mit einem Schlafsirup und macht sich auf den Weg zum Füllhorn, wo eine Medizin für Peeta auf sie wartet. Nach einer weiteren blutigen Begegnung mit anderen Tributen findet Katniss zurück zur Höhle und heilt Peeta. Die Zahl der Tribute schrumpft rasch, und schließlich sind nur noch Peeta, Katniss und Cato übrig. Nun kommt es zum Finale der Hungerspiele: es werden wolfartige Mutationen mit der Haarfarbe und den Augen der verstorbenen Tribute in der Arena losgelassen, die die letzten drei Tribute jagen. Cato fällt ihnen schließlich zum Opfer und Katniss schießt ihm in den Kopf, um sein Leiden, das sich bereits eine Nacht hinzieht, um den Zuschauern etwas Aufregung zu bieten, zu beenden. 
Nun warten Katniss und Peeta darauf, abgeholt zu werden, doch im letzten Moment verkünden die Spielemacher, dass die Regeländerung, dass es zwei Sieger geben könne, außer Kraft gesetzt wäre. Katniss macht Peeta den Vorschlag, dass sie beide tödliche Beeren essen sollten, damit keiner von ihnen den anderen umbringen müsse, und in allerletzter Sekunde werden Katniss und Peeta doch noch zu Siegern erklärt, um dem Publikum keine Hungerspiele zu bieten, in denen es keinen Sieger gab.
Katniss weiß nicht, dass sie mit ihrer Tat das Kapitol zutiefst verärgert hat- die Mächtigen fühlen sich von ihr verspottet und aufs Korn genommen. Das Buch endet nicht gerade mit einem Happy-End: Katniss muss damit rechnen, dass sich das Kapitol an ihr rächen wird, und erfährt, dass Peetas Gefühle ihr gegenüber nicht gespielt waren. Peeta jedoch fühlt sich von ihr verraten, da sie die Verliebte nur für die Zuschauer gemimt hat, und hat schweren Liebeskummer, glaubte er doch schon, Katniss für sich gewonnen zu haben...

Da kann ich nur sagen: ich freue mich auf den zweiten Teil, auch wenn er "Gefährliche Liebe" heißt! "Die Tribute von Panem- Tödliche Spiele" ist stets aus der Ich-Perspektive erzählt und in der Gegenwart gehalten. Im Gegensatz zum Film, wo die Aktionen der Spielemacher eingeblendet werden, sieht man die ganze Geschichte von vorne bis hinten aus Katniss' Perspektive. Katniss kommt mir im Buch um einiges naiver, aber auch gefühlvoller vor als im Film. Die Dialoge sind mir aus dem Film bekannt, allerdings stellt sich Katniss' Verhältnis zu Peeta um einiges komplizierter dar als im Film. Für Katniss ist Peeta im Buch nicht der Typ, der ihr ein Brot zugeworfen hat, als ob sie ein Schwein wäre, sondern ein Lebensretter, "der Junge mit dem Brot". Die Verliebtheit von Katniss' Seite ist beinahe vollständig gespielt, und im Buch erfährt man viel mehr über ihre zwiespältigen Gefühle Peeta gegenüber. 
"Die Tribute von Panem- Tödliche Spiele" ist ein tolles Buch, gut zu lesen und sehr spannend. Überzeugend aus der Perspektive einer 16jährigen erzählt (besonders lustig die Stelle, als Peeta lautstark durch den Wald stampft und Katniss schon total genervt von ihm ist), merkt man deutlich, dass dieses Buch von einer Frau geschrieben wurde. Definitiv muss man den Film an zweierlei Maßstäben messen, weil sie einerseits fast gleich, andererseits aber sehr unterschiedlich und auf zwei komplett andere Arten stimmungsvoll sind. Die Charaktere werden jeweils etwas unterschiedlich präsentiert. Ich vergebe an das schöne, einfühlsame und teilweise auch witzige Buch mit den originellen Einfällen wie Jägerwespen und Spotttölpeln 9 von 10 Punkten.

"Es dauert etwas, bis ich Cato in dem matten Licht und all dem Blut entdecke. Dann gibt das rohe Stück Fleisch, das einmal mein Gegner war, einen Laut von sich und ich erkenne die Stelle, wo sein Mund ist. Ich glaube, das Wort, das er sagen will, ist bitte.
Mitleid, nicht Rachsucht, lässt mich den Pfeil in seinen Schädel abschießen. Peeta zieht mich zurück, in der Hand den Bogen, der Köcher ist leer. 
"Hast du ihn erwischt?", flüstert er.
Zur Antwort ertönt ein Kanonenschuss.
"Dann haben wir gewonnen, Katniss", sagt er dumpf. 
"Hipp, hipp, hurra!", bringe ich hervor, aber in meiner Stimme liegt keine Siegesfreude."

Dienstag, 10. April 2012

Filme: Wie ausgewechselt

Filme: Wie ausgewechselt

Zwei Freunde: einer ist ein erfolgreicher Anwalt mit drei Kindern, der andere ein dauerbekiffter Frauenaufreißer. Während sie gemeinsam in einen Brunnen pinkeln, wünschen sie sich, das Leben des anderen führen zu können... als sie am nächsten Morgen aufwachen (oh Wunder, was für eine originelle und überraschende Idee), sind sie jeweils im Körper des Anderen und müssen nun das ausgewechselte Leben führen, bis sie den mittlerweile abmontierten und in eine andere Stadt verfrachteten (-.-)  Brunnen  wiederfinden, um ihren Wunsch rückgängig zu machen.
Toll. Im ganzen Film dreht es sich nur um irgendwelche dummen, von der modernen Filmindustrie und Gesellschaft als wünschenswert empfundenen Rollenbilder: Männer haben eine "Krebsliste", auf der sie die Frauen verzeichnen, die sie am liebsten gleich "nageln" würden, wenn ihre Partnerinnen an Krebs sterben würden. Frauen sind total ekelerregend, wenn sie schwanger sind, sie stehen auf sexuelle Belästigung und derbe Anmachen, außerdem haben die Mütter von drei Kindern (die natürlich schlank, knackig, perfekt enthaart und gar nicht hängebrüstig sind) überhaupt nichts dagegen, wenn ihr Ehemann zu ihnen sagt "Mach deine Titten weg, wir sind doch hier nicht in Afrika."
Und Kinder scheißen einem naürlich ins Gesicht, wenn man sie wickelt, reden mit "süßen" quietschigen Stimmen, furzen einen an... genauso wie die Ehefrau, die bei offener Badezimmertür auf der Toilette ihren Durchfall zur Schau stellt.
Oh mein Gott, dieser Film ist so frauenverachtend und diskriminierend und vermittelt ein extrem schlechtes Männerbild, das ganz zum Ende noch mit etwas Kitsch verquirlt wird, damit frau dann doch gerührt sein kann über die guten, liebenden Männer von heute.
Die sexy weibliche Hauptperson steht übrigens natürlich total auf Baseball, hat derbe Ausdrücke drauf, trägt durchsichtige Tangas, ist versaut und sexgierig sowie im Intimbereich tättowiert, steht auf Belästigungen und ist absolut "umwerfend" (nun, um es mal mit meinen Worten zu sagen: blauäugig und nervtötend). 
Dieser Film ist nichts. Er ist bloß ekelerregend (Softpornos, Silikontitten, Kinderscheiße im Gesicht...), schlecht geschauspielert und einfallslos sowie diskriminierend. Einfach nur ein Haufen gequirlter Hirnkacke.
1,5 von 10 Punkten.

http://www.youtube.com/watch?v=lXoOfAozOMA

Montag, 9. April 2012

Filme: Avatar- Aufbruch nach Pandora

Filme: Avatar- Aufbruch nach Pandora

Anderthalb Jahrhunderte nach unserer Zeit ist die Menschheit im Aufbruch nach Pandora, einem Planeten, auf dem es zumindest annährend erdähnliche Vegetation und Bevölkerung gibt. Jake Sully, ein ehemaliger Marine, der nun im Rollstuhl sitzt, nimmt den Platz seines Zwillingsbruders ein, nachdem dieser ermordet wurde: Jake nimmt von nun an an einem wissenschaftlichen Projekt teil, in dessen Namen auf Pandora sogenannte Avatare erschaffen wurden, Wesen, die aussehen wie die Ureinwohner des Planeten und die mithilfe von moderner Technologie durch die Gehirne der passenden Personen gesteuert werden können. Für jede Person gibt es einen eigenen Avatar, der auf den jeweiligen Menschen abgestimmt ist. Für Jake bedeutet das Experiment, dass er wieder laufen, klettern und springen kann, denn alles, was sein Avatar fühlt und erlebt, empfindet er mit ihm, solange er sich in der künstlichen Trance befindet, die sein Bewusstsein mit dem Avatar verbindet.
Jake ist hin- und hergerissen zwischen den zwei Seiten, die ihn für sich engagieren wollen: einerseits ist da der militärische Leiter der Pandora- Basis, der Jake als Auskundschafter benutzt -er soll einen Weg finden, die Na'vi, die Ureinwohner Pandoras, aus ihrem Heimatbaum zu vertreiben, damit die Menschen an das wertvolle "Unobtanium" gelangen, welches sich unter seinen Wurzeln befindet-, andererseits die leitende Wissenschaftlerin, die tatsächlich einen Weg finden möchte, mit den Na'vi befreundet zu sein und das geheimnisvolle Bewusstseinsnetztwerk zu erforschen, das sämtliche Pflanzen des Planeten verbindet. 
Jake wird in der Rolle seines Avatars bald in den Stamm der Na'vi, auf die er gestoßen ist, aufgenommen. Seine Lehrmeisterin ist die junge Na'vi Neytiri, in die er sich bald verliebt. Er wird zu einem vollwertigen Krieger und Mitglied seines Stammes ernannt und vermählt sich schließlich mit Neytiri, noch bevor er erkennt, dass er endlich eine Seite wählen muss. Gemeinsam mit den Na'vi lernt er, zu reiten und zu fliegen, zu klettern und eins mit dem Wald zu sein. Er begegnet fremden Tieren und Pflanzen, vernachlässigt seinen wahren Körper immer mehr und lebt nur noch durch seinen Avatar.
Schließlich allerdings gehen die rabiaten Soldaten hart gegen die Na'vi vor: sie wollen endlich an das Unobtanium gelangen und schrecken vor keinen Mitteln zurück. Sie zerstören den Wald und den Heimatbaum, und so erfährt Jakes Stamm, dass Jake von Anfang an von dem geplanten Angriff wusste, und lässt ihn als Verräter zurück. Er allerdings wird zu Toruk Makto, dem einzigen Reiter des riesigen Leonopteryx -des letzten Schattens- und vereint die einzelnen Stämme der Na'vi, um gegen die Menschen zu kämpfen. Eine Schlacht zwischen den Geschöpfen des Planeten und den brutalen Eindringlingen der Erde entwickelt sich und natürlich bekommt der Zuschauer am Ende ein Happy- End: die Menschen werden von Pandora vertrieben, und nur einige wenige dürfen bleiben.
Ganz zuletzt wird man noch einmal auf die Schippe genommen, da der Film einen glauben macht, dass auch Jake zurück zur Erde gehen wird, dann aber stellt sich heraus, dass er bei den Na'vi bleiben wird- die Jakes Seele mit Hilfe ihrer Göttin Eywa in den Körper seines Avatars verpflanzen.
Nun, das schreit doch geradezu nach einer Fortsetzung.

"Avatar" ist einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten und ist sozusagen ein uraltes Märchen, das neu verfilmt wurde. Stark erinnert dieser Film an die alten Western: der Held muss sich seinen Platz in dem Volk der Eingeborenen verdienen, und kämpft dann an ihrer Seite gegen die bösen Menschen der Moderne. 
Ja, "Avatar" ist ziemlich amerikakritisch und erweckt im Zuschauer den Wunsch, dass die Na'vi in ihrer Naturverbundenheit über die Menschen siegen werden. Er ist eine Hommage an die Wildheit in allem Leben, an die erwachsene Kindlichkeit, an die Wertschätzung von allem, was ist. Stark inspiriert vom Wicca-Glauben, berührt dieser Film mit der zutiefst naturreligiösen Darstellung der Na'vi in ihrer Welt der Großen Göttin Eywa, der Welt der sprechenden Bäume und dem Band, das zwischen allem Leben besteht. Ja, Avatar entführt den Zuschauer in die tiefsten Sehnsüchte, die eigentlich in jedem von uns schlummern: hinein in die Natur, die unbeschwerte Wildheit unserer uralten Vorfahren, in das zum Weinen schöne, spirituelle Leben vieler Urvölker, das wir nie wieder leben werden.
Untermalt mit wunderschöner Musik zeigt dieser Film den Zusammenstoß von heiler unberührter Natur mit fiesester Technologie und ist somit für den heutigen Menschen zutiefst bewegend und aufrührend. Wir brauchen Geschichten wie diese. Sie lassen uns unsere eigenen Ängste und Wünsche erkennen und vielleicht sogar wieder ein wenig Urspiritualität in unserem Leben erkennen. Die utopische Welt der Na'vi, frei von unseren modernen Sorgen und Verbrechen, lockt und ruft uns zu sich.
"Avatar" ist ein grandioser Film voller großer Momente und tränenschön. Er arbeitet mit Klischees, die so tief in unserer Seele sitzen, dass wir sie lieben. Er entführt uns in eine Welt, in der wir auch leben wollen, in der wir fliegen und wahrhaft im Einklang sein könnten.
Und er ist ein Aufruf dazu, eben diesen Wunsch nicht daran scheitern zu lassen, dass wir auf der Erde leben und nicht auf Pandora.
9 Punkte von 10 bekommt dieser Film von mir, der definitiv zu meinen Lieblingsfilmen gehört. James Cameron, ich verzeihe Dir  "Titanic".

"Diesen Film sieht man nicht, man erlebt ihn."- Cinema.

http://www.youtube.com/watch?v=1fGW_ydP2nk


Filme: Big Fish

Filme: Big Fish

Ein Vater, der seine erfundene, mit reichlich viel Fantasie und Romantik gewürzte Lebensgeschichte nur allzu gerne erzählt und sich damit stets in den Mittelpunkt rückt. Ein Sohn, der diese Geschichte früher für sein Leben gern gehört hat und mit zunehmendem Alter erkennen musste, dass nichts davon wahr ist...

Als Edward Bloom im Sterben liegt, kehrt sein erwachsener Sohn William zu ihm zurück, bereit, seinem Vater zu verzeihen, dass er ihm ständig alle Aufmerksamkeit gestohlen und nur Lügengeschichten über sein Leben erzählt hat. Während dieser Rückkehr ins elterliche Heim allerdings erfährt William Stück für Stück mehr über die wahre Geschichte hinter seinem Vater- und entdeckt, dass vieles, an das er längst nicht mehr glauben kann, überhaupt nicht erfunden ist.
Die abenteuerliche Geschichte eines Mannes, der in die Welt hinauszieht und seine große Liebe findet, in einem Zirkus arbeitet, dessen Direktor ein Werwolf ist, sich mit einem Riesen anfreundet, eine ganze Stadt aufkauft, den Dienst als Soldat im Rekordtempo hinter sich bringt, einen Fisch mit einem goldenen Ehering fängt und selbst mehr ins Wasser als auf die Erde gehört, wird hier erneut ins Leben gerufen und liebevoll erzählt. Zeit und Logik existieren in Edwards Geschichten nicht, denn hier verschwimmen die Grenzen der Fantasie und der Wirklichkeit. Den ganzen Film über dominiert eine märchenhafte, unwirkliche Stimmung und fängt den Zuschauer in einem Netz aus unglaublichen, aber wahren Ammenmärchen. Und die letzte Geschichte, die William einst in dem Glasauge einer alten Hexe gesehen hat, die ihm in der Zukunft als junges Mädchen begegnen wird, erzählt nicht der Vater, sondern der Sohn...

Ein sehr schönes Werk von Tim Burton -den ich an sich eigentlich nicht so sehr mag-, das den Zauber meiner Kindheit in sich trägt, denn diesen Film kann man als Kind und auch als Erwachsener verstehen. Als Kind deswegen, weil man die Wirklichkeit durch die Augen der Fantasie betrachtet, und als Erwachsener, weil man sich eben daran noch allzu gut erinnert...
8, 5 von 10 Punkten.

http://www.youtube.com/watch?v=N65tIsAOI_Q

Filme: Der ganz normale Wahnsinn (Working Mum)

Filme: Der ganz normale Wahnsinn

Es geht um eine arbeitende New Yorker Mutter, die von Sarah Jessica Parker gespielt wird und versucht, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bekommen. Ist an sich nichts Neues, das Besondere an diesem Film allerdings ist, dass er mehr auf die Geschlechterrollen im Berufsalltag fixiert ist als der Durchschnittsfilm über moderne Mütter.
Der Film ist etwas weniger oberflächlich als all die anderen (auch wenn er damit anfängt, dass die Mutter versucht, einen gekauften Kuchen aussehen zu lassen wie einen selbst gebackenen und dies ziemlich dumm anstellt -.-), deswegen bekommt er 5, 75 von 10 Punkten.

http://www.youtube.com/watch?v=42tnknzaG00